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„Was siehst Du, wenn du in den Spiegel schaust?“ 
Mit dieser Frage begegnet Michael Kessler seinen Gästen, und gleichzeitig ist es der Auftakt einer gemeinsamen Reise, die ihn und die Zuschauer ganz nah an den Prominenten heranführt. Er entspannt sich mit Gregor Gysi am See, besucht Hugo Egon Balder im Theater und lernt Dunja Hayalis geliebte Hündin Emma kennen.
Auch in der dritten Staffel der Grimme- und Deutscher Fernseh-Preis nominierten Sendung „Kessler ist…“ lässt sich der prominente Gast auf diesen außergewöhnlichen Weg des „sich“ Kennenlernens ein – einer ganz besonderen Art der Konfrontation mit sich selbst.
Wenn sich Michael Kessler in seinen Gast hineinversetzt und sich auch optisch in ihn verwandelt hat, gipfelt diese Spurensuche in das wahrscheinlich aufrichtigste Interview seines Lebens.

Michael Kessler beginnt 1992 mit dem Diplom der Westfälischen Schauspielschule Bochum und dem Kultfilm „Manta Manta“ seine Karriere. Nach einigen Jahren am Theater nimmt er mit „Switch“, „Schillerstraße“ und „Kesslers Knigge“ Kurs auf die Comedy. Neben der Schauspielerei parodiert und improvisiert er sich durchs deutsche Fernsehen und beginnt, als Autor zu arbeiten. Im Kino sieht man ihn in „Hui Buh“, „Fünf Freunde“ und „Die Vampirschwestern“. Mit der „Berliner Nacht-Taxe“ und „Kesslers Expedition“ entdeckt der 48-jährige Schauspieler den ungescripteten Talk. Seit einiger Zeit führt Kessler am Theater auch Regie und schreibt in einer TV-Zeitschrift eine Kolumne.

„Kessler ist…“ Folge mit Götz Alsmann

Sechs Fragen an Michael Kessler

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Gäste für Ihre Sendung aus?
Meine Neugier ist allen Menschen gegenüber gleich groß, denn meistens weiß ich ja genauso viel oder wenig über einen Gast, wie der Fernsehzuschauer. Erst die Begegnungen und Gespräche machen dem Zuschauer und mir klar, in wen ich mich da am Ende verwandle. Ein Kriterium wäre sicherlich, inwieweit sich der Gast auf dieses Experiment einlässt. Aber auch das weiß ich vorher nicht.
Wie fühlt es sich an, in einer anderen Haut zu stecken?
Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, aber zugleich auch ein spannendes Abenteuer, zu versuchen, wie mein Gast zu agieren und zu reagieren. Besonders die erste Reaktion des Gastes auf sein Spiegelbild ist einfach ein ganz besonderer Moment.
Wie lange benötigen Sie in der Maske, um ein anderes Gesicht zu bekommen?
Wir führen im Vorfeld Maskentests durch. Am Tag des finalen Interviews sitze ich ca. vier Stunden auf dem Maskenstuhl. Um die Maske wieder loszuwerden, bedarf es dann einer weiteren Stunde. Und dann brauchen ich und meine Haut erstmal viel Ruhe.
Werden Sie gecoacht, um Habitus und Bewegung anzunehmen oder ist alles „abgeguckt“?
Nein. Ich bin gelernter Schauspieler und bin durch meine vielen Parodien über Jahre geschult, genau zu beobachten und mir mit meinem Handwerk eine real existierende Figur drauf zu schaffen. Es ist ein langer Prozess, die Prominenten begleiten mich über mehrere Wochen. Einfach abgucken reicht da nicht.
Haben Sie sich als andere Person schon mal besser gefühlt, als in der eigenen Haut?
Das ist bis jetzt noch nicht passiert, aber wer weiß. Was nicht ist, kann ja noch werden. Aber eigentlich fühle ich mich sehr wohl in meiner Haut.
Sie fragen ihr Gegenüber Dinge, die die Person schon immer über sich selbst wissen wollte. Welche Frage würden sie sich selbst stellen, wenn Sie mit sich selbst konfrontiert würden?
Warum verwandelst du dich so gerne in andere Menschen?

 

Die neuen Folgen laufen im ZDF am 21.07., 28.07., 18.08. und 26.08. jeweils um 23:15 Uhr.