Chris Rock wird am 28. Februar 2016 die 88. Oscarverleihung moderieren. Der Komiker mag offenbar Schnapszahlen: 2005 führte er bereits durch die 77. Academy Awards.

Die Oscar-Produzenten David Hill und Reginald Hudlin haben den Komiker Chris Rock zum Moderator der Oscarverleihung am 28. Februar 2016 ausgerufen. „Komiker, Schauspieler, Autor, Produzent, Regisseur, Dokumentarist – Chris Rock hat schon alles gemacht. Er wird ein großartiger Oscar-Host werden“, schreiben sie in einer Pressemitteilung. „Es ist toll, zurück zu sein“, wird Rock zitiert.

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Chris Rock ist von Haus aus Stand-up-Comedian, eine Disziplin, der er bis heute treu bleibt. Mit einem Auftritt in „Beverly Hills Cop 2“ startete seine Filmkarriere, mit einer Nebenrolle in „Lethal Weapon 4“ feierte er 1998 seinen Durchbruch. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Bad Company“, sein Regiedebüt „Das Weiße Haus sieht schwarz“ und „Kindsköpfe“. Zuletzt war er mit der Komödie“Top Five“ bei Kritik und Publikum in den USA erfolgreich.

Die fünf nominierten Filme der Oscar-Kategorie Bester Animationsfilm könnten in diesem Jahr unterschiedlicher kaum sein. Ob Pixar-Hit, Stop-Motion-Drama oder letzter Ghibli-Film, wir schätzen ihre Chancen ein und wollen wissen, wer für euch die Nase vorn hat.

Alles steht Kopf (USA)

Das unbeschwerte Leben der elfjährigen Riley (Kaitlyn Dias) wird eines Tages völlig auf den Kopf gestellt, als ihre Eltern ihr verkünden, dass sie die geliebte Heimat verlassen und nach San Francisco ziehen werden. Plötzlich ist alles anders und Riley ist so unglücklich, dass sie ihre Gefühle gar nicht mehr unter Kontrolle hat. Ihre Gefühle, das sind Freude (Amy Poehler), Wut (Lewis Black), Angst (Bill Hader), Ekel (Mindy Kaling) und Traurigkeit (Phyllis Smith). Alles steht Kopf nimmt den Zuschauer mit auf eine originelle und farbenfrohe Reise durch die kindliche Gefühlswelt und zeigt auf berührende Art und Weise, wie wichtig all unsere manchmal chaotischen Gefühle sind.

Alles steht Kopf von Regisseur Pete Docter geht als haushoher Favorit in das Oscar-Rennen um die Auszeichnung in der Kategorie Bester Animationsfilm. Das vermuten nicht nur die Gold Derby-Experten fast einstimmig, auch die jetzt schon zahlreichen Auszeichnungen des computeranimierten Pixar-Abenteuers deuten auf eine Favoritenrolle hin. Alles steht Kopf ergatterte bei den Annie Awards mit Abstand die meisten Preise (10) und die meisten Nominierungen (14). Der Gewinner des Hauptpreises „Best Animated Feature“ hatte in der Vergangenheit auch gute Chancen, bei den Oscars abzuräumen. Von Einführung der Oscar-Kategorie Bester Animationsfilm in 2001 bis 2006 haben alle Gewinner des Annie-Hauptpreises später auch den Oscar gewonnen, danach stimmten die Gewinner immerhin noch jedes zweite Jahr überein. Aber nicht nur bei den Annies konnte Alles steht Kopf punkten. Der Disney-Animationsfilm nahm auch den BAFTA und den Golden Globe als bester Animationsfilm nach Hause. Und so kommt nicht nur Indiewire zu dem Schluss, dass es in diesem Jahr keiner der anderen Filme mit Alles steht Kopf aufnehmen kann.


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Shaun das Schaf – Der Film (Großbritannien)

In der Stop-Motion-Komödie Shaun das Schaf – Der Film von Mark Burton und Richard Starzag muss sich Shaun auf eine gefährliche Reise in die Großstadt wagen, um den Bauern zurückzuholen, der nach einem Unfall sein Gedächtnis verloren hat und nicht weiß, dass zu Hause hungrige Schäfchen auf ihn warten. Die Hauptfigur des einfallsreichen Schafs wurde ursprünglich in Wallace & Gromit unter Schafen eingeführt und hat dann mit Shaun das Schaf seine eigene TV-Serie bekommen.

2006 gewann mit Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen schon einmal ein Stop-Motion Film aus den Aardman-Studios den Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm, sodass ein Gewinn zumindest theoretisch nicht völlig unmöglich ist. Mit fünf Annie-Nominierungen sowie einer BAFTA- und einer Golden Globe-Nominierung können die Macher von Shaun das Schaf – Der Film sich zumindest über viel Aufmerksamkeit freuen. Für einen Gewinn wird es angesichts der starken Konkurrenz aber wahrscheinlich nicht reichen.


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Der Junge und die Welt (Brasilien)

In dem brasilianischen Animationsfilm Der Junge und die Welt begibt sich ein kleiner Junge auf die Suche nach seinem Vater, der von dem Dorf in die Stadt zog, um Arbeit zu finden. Ohne Worte, aber dafür mit farbenfrohen und faszinierenden Bildern erzählt der Film von Alê Abreu die Geschichte einer aufregende wie traurige und kritische Reise voller Wunder und fantastischer Gestalten.

Der Junge und die Welt geht als klarer Außenseiter ins Rennen um den Oscar. So sehen es zumindest die Experten von Gold Derby, die den Indie-Film mehrheitlich auf dem letzten Platz ihrer Oscar-Vorhersage sehen. Bei den wichtigen Annie Awards konnte Der Junge und die Welt sich allerdings den in diesem Jahr zum ersten Mal verliehenen Preis für den besten Independent-Animationsfilm sichern.


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Anomalisa (USA)

Mit Anomalisa wagten sich Regisseur und Drehbuchautor Charlie Kaufman (Vergiss mein nicht!) und Animationsspezialist Duke Johnson an ein animiertes Drama, dass sie zu einem großen Teil über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanzierten. Mit unheimlich realistischen Stop-Motion-Figuren und Kulissen erzählt Anomalisa die Geschichte des deprimierten und gelangweilten Autors Michael Stone (David Thewlis), der durch Zufall eine ungewöhnliche junge Frau (Jennifer Jason Leigh) kennenlernt, die Aufregung in sein ödes Leben bringen könnte.

Anomalisa gehört zu den Kritikerlieblingen unter den Animationsfilmen und erhielt beim 72. Internationalen Filmfestival von Venedig den großen Preis der Jury. Bei den Annie Awards konnte sich Kaufmans erster Animationsfilm über fünf Nominierungen freuen und auch für einen Golden Globe ging Anomalisa ins Rennen. Dennoch sieht nur einer der 25 Gold Derby-Experten den Stop-Motion Film auf Platz 1 der Oscar-Vorhersagen. Allein für Jefferey Wells von Hollywood Elsewhere hat Anomalisa die Nase vorne und Variety traut Anomalisa zumindest zu, bei dem Kampf um das begehrte Gold mitzumischen.


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Erinnerungen an Marnie (Japan)

Erinnerungen an Marnie von Hiromasa Yonebayashi ist der letzte Film des bekannten japanischen Anime-Studios Ghibli, dass sich nach diesem Film für eine Umstrukturierung vorerst aus der Filmproduktion zurückzog. Erinnerungen an Marnie basiert auf dem Roman When Marnie Was There der britischen Autorin Joan G. Robinson und erzählt in traumhaften, handgemalten Bildern die Geschichte des einsamen Weisenmädchens Anna, die in einem leerstehenden Haus auf ein mysteriöses Mädchen namens Marnie stößt.

Trotz ihrer großen Beliebtheit auch außerhalb von Japan hat erst ein einziger Anime aus dem Hause Ghibli tatsächlich einen Oscar gewonnen. Seit dem Gewinn von Chihiros Reise ins Zauberland im Jahr 2003 gab es zwar einige Nominierungen, die Konkurrenz der US-amerikanischen Animationsstudios war jedoch zu groß. Auch in diesem Jahr sehen die Gold Derby-Experten kaum Chancen für den vorerst letzten Ghibli-Film.


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