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In einer neuen Location und ohne TV-Ausstrahlung: Es war einiges anders bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am Mittwochabend. Und auch wenn es ganz sicher schade ist, dass nicht mehr als eine halbstündige Zusammenfassung der Gala beim Minisender Einsfestival zu sehen ist, so haben sich die Veränderungen hin zu einem Branchentreff durchaus bezahlt gemacht – alleine schon, weil endlich wieder die klassischen Werkskategorien Beachtung fanden. Daneben sorgte aber auch Barbara Schöneberger dafür, dass es ein gelungener Abend in den Düsseldorfer Rheinterrassen wurde. „Wir können uns komplett zulöten, in die Kameras winken – all das machen, was wir schon immer machen wollten“, scherzte sie gleich zu Beginn des Abends.

Am Ende stand Barbara Schöneberger allerdings auch deshalb im Mittelpunkt, weil sie den Fernsehpreis in der Kategorie Beste Moderation Unterhaltung entgegennehmen konnte. „Ich krieg einen Preis – und keine Sau sieht’s“, ulkte Schöneberger, die für ihre Leistung in der RTL-Show „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ geehrt wurde.

Im Unterhaltungs-Genre wurden gleich mehrere Fernsehpreise verliehen – in der Primetime-Kategorie war es „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt„, das die Jury mit einer Auszeichnung bedachte. Die Sendung war zusammen mit den Musikshows „The Voice of Germany“ und „Sing meinen Song“ nominiert, die beide jedoch in der Vergangenheit schon Preise erhalten hatten. In der Kategorie Beste Unterhaltung Late Night gingen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf dagegen leer aus: Hier musste das Duo ebenso wie die TNT-Glitz-Show „Ponyhof“ dem „Neo Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann den Vortritt lassen. „Ich möchte mich bei all denen entschuldigen, denen ich aufs Buffet gekackt habe. Aber ihr habt es meist verdient“, scherzte Böhmermann in Düsseldorf. Das ZDF sicherte sich zudem für „Die Anstalt“ auch einen Preis als Beste Comedy.

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Für ein kurzes Aufhorchen sorgte zwischenzeitlich die Dankesrede des Förderpreisträgers Hubertus Koch, der für mehr Ernsthaftigkeit und Qualität plädierte. „Ich mache das deutsche Fernsehen an und kriege das kalte Kotzen“, ließ er die anwesenden Fernsehmacher wissen. Gleichwohl freute er sich über das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro, das er als Würdigung für seinen sehenswerten YouTube-Dokumentarfilm „Süchtig nach Jihad“ erhielt. Ein kleiner Reich-Ranicki-Moment – doch anders als der verstorbene Literaturkritiker nahm Koch seinen Fernsehpreis glücklicherweise an. Beendet wurde der durchaus launige Abend mit der Verleihung des Ehrenpreises der Stifter an Günter Wallraff, der sich dadurch zwar „aufs Altenteil katapultiert“ sieht, aber dennoch weitermachen will. Das wird man bei RTL gerne hören.