Am Freitagabend wurde zum 67. Mal der wichtigste deutsche Filmpreis Lola – insgesamt mit drei Millionen Euro dotiert – verliehen. Die drei besten deutschen Spielfilme, von den 1850 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie mit Lolas in Gold, Silber und Bronze geehrt, wurden alle von Frauen gemacht.

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Lola Preis
Geballte Frauenpower: Ehrenpreisträgerin Monika Schindler (M.) mit Tochter Nadine (l.) und Enkelin Elisa

Das gab’s noch nie – und ist äußerst beachtenswert.

Denn: Nur 15 Prozent der 580 im Bundesverband Regie (BVR) registrierten Regisseure sind Frauen. Aber die verstehen ihr Handwerk.
Siegerin des Abends war Maren Ade (40): Ihr „Toni Erdmann“ war sechsmal nominiert – und räumte sechsmal ab. „Ich hatte ein bisschen Angst, dass ich mich nach so vielen Preisen nicht mehr so freuen könnte wie am Anfang“, erklärt Maren Ade. „Aber es geht!“ „Toni Erdmann“ hatte zuvor schon fünf europäische Filmpreise gewonnen und war für den Oscar nominiert. Sie glaubt: „Wir Regisseurinnen sind keine Konkurrenten. Die gibt es bei uns nicht.“

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Lola in Gold für Maren Ade („Toni Erdmann“)

Anne Zohra Berrached (34) gewann für ihren Debüt-Film, das Abtreibungsdrama „24 Wochen“, die Silber-Lola und freute sich: „Das feiern wir jetzt erst einmal und betrinken uns natürlich.“

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Silber für „24 Wochen“- Regisseurin Anne Zohra Berrached (l.) mit ihren Darstellern Bjarne Mädel und Julia Jentsch

Nicolette Krebitz (44) erhielt für ihr Drama „Wild“ die Lola in Bronze und meinte: „Es ist leider so selten, dass eine Frau einen Film gemacht hat, den man richtig gut findet.“

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Lola in Bronze: Nicolette Krebitz freut sich – auf der Filmpreis-Bühne noch in grüner Robe …
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…für die Aftershow-Party zog sich die Regisseurin (l.) in der Garderobe um, um mit ihrer Hauptdarstellerin Lilith Stangenberg zu feiern

Mit Sandra Hüller (38), Julia Jentsch (39) und Lilith Stangenberg (28) waren auch die Hauptdarstellerinnen dieser drei Filme nominiert. Hüller gewann und sagte: „Meine Tochter kommt im Sommer zur Schule. Darum versuche ich, ein bisschen weniger zu drehen.“
Eine Rolle als Lehrerin in „Fack ju Göhte 3“ hat sie aber angenommen.

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Sandra Hüller mit ihrer goldenen Lola

Auch die Präsidentin der Filmakademie, Iris Berben (66), dürfte sich über den Preisregen für Frauen freuen: „In Deutschland haben wir nicht mehr Regisseurinnen als Frauen im Vorstand eines Dax-Unternehmens.“ Das sollte sich nach diesem Jahrgang ändern.

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Moderatorin des Abends, Jasmin Tabatabai (l.), mit Iris Berben, der Präsidentin der Filmakademie

Allerdings: Bis sich Maren Ade, die auch als Produzentin erfolgreich ist, wieder selbst auf den Regiestuhl setzt, dürfte einige Zeit vergehen.
Ade: „Meine vorherigen beiden Filme habe ich jeweils im Abstand von sieben Jahren gedreht. Diesen Rhythmus behalte ich auch weiterhin bei…“

Til Schweiger (53) blieb zwar ohne Lola, hatte dafür aber Christina Hecke (38) an seiner Seite. Beim Filmpreis lief er mit der schönen Schauspielerin über den roten Teppich
Seit vier Monaten ist Schweiger offiziell getrennt von Produktions-Assistentin Marlene (32). Sein Bodyguard kümmerte sich – das macht er eigentlich nur, wenn Til eine Partnerin ­dabei hat.

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Christina Hecke und Til Schweiger kamen gemeinsam und sehr vertraut zum Deutschen Filmpreis
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