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Zum 24. Stuttgarter Kabarettfestival, das vom 8. bis 17. April 2016 stattfindet, geht die Erzeugergemeinschaft Stuttgarter Kabarett neue Wege. Erstmals überlässt sie die Eröffnungsgala einem festen Ensemble, anstatt das Programm wie bisher selber zusammenzustellen. Angesichts der letzten Monate, in denen unzählige Menschen zu uns flüchteten, in denen wieder Häuser brannten und in denen, nach den unwürdigen Ereignissen der Kölner Silvesternacht, mindestens ebenso unwürdig Menschen anderer Kulturen unter Generalverdacht gestellt werden, beschloss die Erzeugergemeinschaft, den Eröffnungsabend einem jungen Ensemble zu überlassen, das interkultureller ist als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und das einen unbestechlichen Humor ebenso wie einen unverstellten Blick auf das Leben im Einwanderungsland Deutschland hat.

Den Auftakt zur Eröffnungsgala übernimmt RebellComedy.

Das Ensemble von RebellComedy erobert seit zehn Jahren mit frechem Witz und direktem Humor die deutschen Büh- nen. Acht Männer und eine Frau reden und rappen sich ge- radewegs in die Herzen ihres zumeist jungen Publikums. Ihre rasante Stand-Up-Comedy-Show zeigt vor allem eines: dass die Kinder und Enkel der Menschen, die einst als Migranten nach Deutschland kamen, selbst längst ein fest verwurzelter Teil dieses Landes sind und es verändert und reicher gemacht haben.

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Die Show der RebellComedians ist einer der schönsten Beweise dafür. Ihr erweiterter Kulturbegriff – HipHop entdeckt die Kleinkunst, die Bühne bekommt street credibility, und das Publikum lacht über sich und die vermeintlich anderen gleichermaßen – begeistert auch Menschen, die sich zuvor für Kabarett und die anspruchsvolleren Spielarten der Comedy wenig interessiert hatten.
Der Humor der RebellComedians verbindet. Das ist nicht nur eine Wohltat, sondern in Zeiten, in denen von selbsternannten Volksverstehern lauthals zur Abgrenzung aufgerufen wird, bitter nötig. RebellComedy öffnet das Herz und schärft den Blick. Vor allem aber ist sie unwiderstehlich witzig.

Tickets zu RebellComedy bei der Eröffnungsgala gibt es hier.

Am 12. April wird der „Stuttgarter Besen“ verliehen“ 

Das Herz der Hirn- und Amüsierwoche ist die Verleihung des „Stuttgarter Besen“ am 12. April im Renitenztheater. Wie im Vorjahr fegt „Spätschicht“-Moderator und Conférencier Florian Schröder die Bühne zwischen den Auftritten der acht Wettbewerbsteilnehmer: Martina Brandl aus Geislingen an der Steige, Idil Baydar aus Celle, Alain Frei aus Solothurn, Friedemann Weise aus Köln, Masud aus Berlin, Johannes Flöck aus Koblenz, Onkel Fisch aus Köln und Ingmar Stadelmann aus Salzwedel.

Der in Gold, Silber und hölzern vergebene Stuttgarter Preis förderte in der Vergangenheit übrigens bereits namhafte Künstler wie Hagen Rether (2004, Gold) und den „Die Anstalt“-Macher Max Uthoff (2010, Silber) zu Tage.

Beim Festival feiert außerdem der Schweizer Mundartpoet, Sänger und Comiczeichner Manuel Stahlberger im Laboratorium die Deutschlandpremiere seines Programms „Neues aus dem Kopf“ (9. April). Zudem kommt am 15. April der selbsternannte Hassprediger Serdar Somuncu mit Band ins Theaterhaus.

Kurzgeschichten und Poetry Slam

Auch aus dem Poetry Slam stoßen zunehmend Künstler in die Kabarettszene. Am 10. April liest Patrick Salmen, Poet mit Holzfällerlook und sonorer Stimme, seine Geschichten in der Rosenau. Ebendort erlebt man am 16. April den 31-jährigen und 2014 mit dem Kabarett-Förderpreis ausgezeichneten Till Reiners. Sein „Auktion Mensch“ benannter Abend beleuchtet Gier, Neid und Konkurrenzdenken.

Wahlqual für die Besucher birgt der Abschlusstag: Unter anderem präsentiert die Stuttgarter Lesebühne „Get Shorties“ im Merlin ihre besten Kurzgeschichten aus zwölf Jahren Show. Zeitgleich musiziert Konstantin Wecker in der Liederhalle, und im Renitenztheater tritt der Wortspielfanatiker René Sydow mit seinem Programm „Warnung vor dem Munde“ auf.