Otto Waalkes bekommt das Bundesverdienstkreuz. Er wird am 2. Oktober mit 28 weiteren Kulturschaffenden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue geehrt, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Die insgesamt 13 Frauen und 16 Männer werden für ihre außerordentlichen künstlerischen Leistungen, herausragende ehrenamtliche Arbeit oder kulturpolitisches Engagement ausgezeichnet. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto „Kultur verbindet“. Der Komiker und Schauspieler aus Emden bekommt das Bundesverdienstkreuz zusammen mit namenhaften Künstlern wie Hollywood-Komponist Hans Zimmer, die Sängerin Jocelyn B. Smith, die Film-Regisseure Caroline Link und François Ozon, die Musikerin Annette Humpe, Schauspielerin Julia Jentsch und Schriftsteller Rainald Goetz.
Erst Ehrenbürger, jetzt Bundesverdienstkreuz
Bereits letzten Monat erhielt Otto eine hohe Auszeichnung. Er wurde am 24. August Ehrenbürger seiner Heimatstadt Emden. Neben zahlreichen Fernsehpreisen in den vergangenen Jahrzehnten erhielt er außerdem vor vier Jahren den niedersächsischen Verdienstorden. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes dürfte Otto wohl überrascht haben: Sein Büro wußte zunächst gar nichts davon. „Da freut er sich bestimmt, er steht nur grad im Synchronstudio, ich kann ihm die frohe Botschaft gar nicht übermitteln“, sagte Ottos Sprecherin zu NDR 1 Niedersachsen. Zur Verleihung werde Otto aber sicherlich selbst in Berlin erscheinen.
Jochen Kneifeld von der JOKE Redaktion hat Otto Waalkes interviewt.
Sie sind derzeit mit Ihrem Programm auf Tour. Neben den legendären OTTO Musik-Nummern, was gibt’s Neues; wie sieht das neue Programm aus?
Das Alte daran ist, dass es auch neue Nummern geben wird; das Neue daran ist, dass ich jetzt älter bin. Im Tourbus ist es jedenfalls ziemlich eng zwischen Sid und Bubi und Heino und Hänsel und Gretel und meinem Showkoch … Die sind nämlich alle mit dabei.
Wie sieht Ihr Tour-Tagesablauf aus? Wie ist Ihr Tag organisiert?
Ich wache im Hotel auf, frühstücke, fahre dann sofort in die Stadtbibliothek, um mich genau über den Ort zu informieren, studiere dann ausgiebig das Heimatmuseum und treffe mich in einer Sitzung mit den drei Ortsältesten, um die traditionellen Gepflogenheiten der Station meiner Tour kennen zu lernen. Abends auf der Bühne lasse ich mir davon aber nur wenig anmerken, aus Bescheidenheit.
Ich habe vor kurzem mit Harry Hirsch ein Interview geführt und er wundert sich, warum Sie einen alten Kumpel so im Stich lassen, was meint er damit?
Braucht der etwa wieder Geld? Soll sich ruhig melden.
Was wäre aus Hänsel und Gretel geworden, wenn OTTO sie damals adoptiert hätte?
Sie wären wahrscheinlich ziemlich dick, weil ich das Knusperhaus an sie verfüttert hätte. Und als Erwachsene hätten sie ein Start up gegründet, das die zuverlässigsten GPS-Geräte auf dem Markt entwickelt – und dazu ein 1A-Backbuch herausgegeben.
Welche Hexe gibt es denn zurzeit, die OTTO gerne in den Ofen schieben würde?
Erst einmal warte ich ab, bis die andere gar ist.
Da Sie gerne Märchen verarbeiten: Stellen Sie sich vor, ich bin eine gute Fee. Sie haben jetzt drei Wünsche frei!
Hmm. Dann wünsche ich mir, dass Sie wirklich eine Fee sind, dass Sie trotzdem noch weiter für Joke arbeiten und dass Sie mir noch eine Frage stellen.
Im Jahr 2019 startet eine Mars-Mission. Da werden Leute auf den Mars geschickt. Die wissen: Sie kommen nicht mehr zurück.
Was würde OTTO als letztes auf Erden tun?
Jetzt soll ich auch noch auf den Mars geschossen werden? Vielleicht würde ich dann so eine Art Arche Noah bauen, eine Arche Otto. Darauf hätten dann die wichtigsten Lebewesen paarweise Platz: ein Ottifant, eine Ottifantine; eine Gitarre, eine Mandoline; ein Otto und eine Ottiline.
Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Comedy-Markt verändert? Und finden Sie sich da wieder?
Nun, es gibt eben sehr viele neue, junge Komiker – mit denen zusammen ich dann wieder völlig neue Projekte starte.
Für mich und auch für alle Deutschen sind Sie eine Comedy-Legende; welchen Komiker finden Sie heute besonders gut und warum?
Ich mag alle, die witzig sind und ihre Witze dabei nicht auf Kosten anderer machen, wie zum Beispiel klein gewachsener, hüpfender, zappeliger, jodelnder, haarloser, ostfriesischer Blödelbarden.
Gibt es Kollegen aus dem Comedy-Bereich, die Sie fördern oder denen Sie Ratschläge geben?
Wir fördern uns doch alle gegenseitig! Die einen erzählen gute Witze, die als Vorlage dienen können, die anderen machen schlechte Witze auf der Bühne und zeigen den anderen damit: Bloß nicht nachmachen, darüber lacht kein Mensch! Alles sehr, sehr lehrreich.
Ist ein neuer OTTO-Film in Planung und was darf man schon verraten?
Keine Ahnung! Ich denke gerade über ein Prequel zu Sieben Zwerge nach!
Danach: Otto ist James Blond – du kachst nur einmal – mit der Lizenz zum Blödeln.
In Ihnen versteckt sich auch ein Knallinger. Das Alster Radio Hamburg hat OTTO-Imitatoren gesucht und Sie haben Sich auch per Telefon anonym beworben – wie ist es denn ausgegangen?
Ja, ich bin damals leider nur auf dem dritten Platz gelandet. Offenbar gibt es da draußen noch bessere Ottos als mich. Ich muss aber dazu sagen: Das war wirklich ganz spontan, vielleicht hätte ich vorher mehr üben sollen.
Und wissen Sie noch den Namen vom Gewinner, wir würden gerne eine Otto-Rubrik in JOKE installieren!
Leider nein, aber wenn Sie ihn finden: Besorgen Sie mir dann ein Autogramm und ein Ticket für seine Show? Offenbar kann ich von ihm ja noch einiges lernen!
Haben Sie noch Ratschläge für JOKE Das Comedy Magazin; was würde Ihnen für das Magazin spontan als GAG einfallen?
Ihr solltet lieber weiter lustige Dinge schreiben und nicht so viel über Atombombenkriege und Magenschmerzen.
Ich würde morgen gerne auf der Titelseite der Bildzeitung über mich lesen, dass……
ich frei habe und länger schlafen darf. Und mein Horoskop.
Wenn ich was überhaupt nicht ausstehen kann, ist es, wenn………
… ich nicht weiß, wie ein Satz weitergeht.
Das letzte Mal als ich mich halb tot gelacht habe war……..
Das traue ich mich nicht mehr so… Ich habe mich als Kind mal halb tot gelacht, seitdem bin ich ganz vorsichtig geworden, die andere Hälfte brauche ich ja noch.
Was mir wirklich richtig peinlich war, war damals als……….
ich meiner ersten Freundin sagte: „Ich möchte gerne mit dir zusammen alt werden“ und sie sagte: „Du bist doch schon alt!“
Wie werden Sie lästige Interviewpartner ganz schnell lässig wieder los?
… (Nichts wie weg)
Danke Otto für das Interview.
Mehr Info’s zu Otto auf seiner Homepage









