Doku begleitet Hannes Ringlstetter zurück zur Musik

Viele kennen ihn als Kabarettisten, als Yazid aus „Hubert ohne Staller“ oder als Gastgeber seiner eigenen Late-Night-Show im BR. Die neue Dokumentation „Ringlstetter – Reise nach Bellavista“ zeigt Hannes Ringlstetter von einer Seite, die im Fernsehen sonst eher im Hintergrund bleibt: als Musiker und Songwriter. Der Film steht seit Freitag, 23. Oktober 2026, in der ARD Mediathek, das BR Fernsehen zeigt ihn am Donnerstag, 3. Dezember 2026, um 22 Uhr.
„Ringlstetter – Reise nach Bellavista“: Neustart nach dem Late-Night-Aus
Von 2016 bis 2025 war Ringlstetter mit seiner Sendung „Ringlstetter“ jede Woche im BR Fernsehen zu sehen, an seiner Seite Carolin Matzko. Nach 250 Folgen war Schluss. Danach musste sich der Niederbayer als Künstler neu sortieren und ging dorthin zurück, wo alles angefangen hat: zur Musik. Die Filmemacher Philipp Lang und Christian Lenner haben ihn auf diesem Weg mit der Kamera begleitet. Entstanden ist ein persönliches Porträt mit dem Untertitel „Persönlich. Musikalisch. Unterwegs“, produziert von der Lang & Lenner GmbH im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.
Die Kamera ist dabei, wenn Ringlstetter mit der Gitarre an neuen Songs feilt, im Studio aufnimmt, mit der Band probt und live vor Publikum spielt. Dazu kommen Archivaufnahmen und Ausschnitte aus verschiedenen Phasen der Albumproduktion. So wird sichtbar, was sich durch seine Laufbahn zieht: die Lust, Geschichten in Lieder zu verwandeln. Musikerinnen und Musiker, die ihn begleitet haben, erzählen von gemeinsamen Auftritten und von einem Künstler, der Kabarett, Schauspiel und Musik nicht trennt, sondern zusammendenkt.
Das Album „Bellavista“: Schöne Aussichten
Ziel der Reise ist das neue Studioalbum „Bellavista“, das ebenfalls am 23. Oktober beim Münchner Label Millaphon erschienen ist, als CD und als farbige LP im Klappcover. Elf Songs sind darauf, darunter „Vienna“, „Easy“, „Kassiopeia“ und „Bye Bye“, dazu der Bonustrack „…und Retour“. Musikalisch bleibt sich Ringlstetter treu und springt munter zwischen den Stilen: kraftvoller Rock, entspannter Reggae, poetische Folkstücke. Laut Label wurde alles live und von Hand eingespielt, ganz ohne künstliche Hilfe, dafür mit viel Spielfreude und einer ordentlichen Portion Selbstironie.
Prominente Gäste gibt es auch. Beim Titelsong singen Schauspielerin Verena Altenberger und die Schick Sisters mit, bei „Peace I“ sind Jan Plewka und Linda Zervakis dabei, und bei „Up In The Sky“ steht Maniac mit im Studio. Das offizielle Musikvideo zu „Bellavista“ ist seit wenigen Tagen auf seinem YouTube-Kanal zu sehen. Vorab war schon „Vienna“ als Single erschienen.
Vom Schinderhannes-Frontmann zum Kabarettpreisträger
Dass Ringlstetter zurück zur Musik geht, ist eigentlich eine Rückkehr. Geboren 1970 in München und aufgewachsen in Straubing, gründete er schon als Student in Regensburg die Band Schinderhannes und war zehn Jahre lang deren Frontmann und Sänger. Später folgten Soloprogramme mit Klavier und Gitarre wie „Von einem andern Stern“, „Meine Verehrung“ und „Zum Ringlstetter“, außerdem die Alben „PNYA – Paris, New York, Alteiselfing“ (2016), „Fürchtet Euch nicht!“ (2018) und „Heile Welt“ (2021). Mit „Niederbayern“ und „Heller Schein“ hatte er zwei echte Hits.
Auch auf den Kabarettbühnen hat er Spuren hinterlassen: 2010 gewann er den Fränkischen Kabarettpreis, bei dem in diesem Jahr gerade Annika Blanke, Pe Krieger und Andrea Volk im Finale standen. 2019 bekam er zusammen mit Stephan Zinner den Musikpreis beim Bayerischen Kabarettpreis, der 2026 an Michael Mittermeier, Tina Teubner, Aurel Mertz und Rebecca Pap geht. Im Fernsehen moderierte er außerdem die Kleinkunst-Show „Vereinsheim Schwabing“ und gehörte zum Ensemble der ARD-Comedy „3. Stock links“.
Bellavista-Tour 2027 mit großer Band
Live geht es mit der Ringlstetter Band im neuen Jahr richtig los. Nach zwei Abenden zum „Vorglüh’n“ am 5. und 6. Januar 2027 in Dorfen startet die Bellavista-Tour am 7. Januar in der Münchner Isarphilharmonie. Weiter geht es unter anderem nach Kempten (8. Januar), in die Nürnberger Meistersingerhalle (13. Januar), nach Landshut (14. Januar) und Deggendorf (16. Januar). Danach spielt er in Österreich: in Graz (20. Januar), zweimal im Wiener Stadtsaal (21. und 22. Januar), im Linzer Posthof (23. Januar) und in Salzburg (24. Januar). Im Februar folgen Termine unter anderem im Stuttgarter Theaterhaus (11. Februar), im Frankfurter Hof in Mainz (13. und 14. Februar) und in der Music Hall Worpswede (20. Februar), im Sommer 2027 dann eine Reihe von Open-Air-Konzerten. Einige Abende sind schon ausverkauft.
Wer nicht bis Januar warten will: Am 29. Oktober ist Ringlstetter Gast bei „Mensch Otto! Live“ mit Thorsten Otto in Rosenheim, und am 17. November steht er in Bayreuth mit Stephan Zinner auf der Bühne. Auch der BR bleibt dem Kabarett treu, dort startet gerade Michael Altingers neue Show „Altinger“. Comedy und die besten Hits gibt es rund um die Uhr bei JOKE FM.





