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KabarettKupferpfennig 2026

Helene Mierscheid gewinnt als Einspringerin den Publikumspreis der Lachmesse

Helene Mierscheid holt den Kupferpfennig 2026 der Leipziger Lachmesse. Sie sprang für Sascha Thamm ein; Claudia Pichler, AnnPhie Fritz und Raphael Breuer belegten die weiteren Plätze.

Von JOKE Redaktion · 07.11.2026, 07:00 Uhr · 3 Min. Lesezeit
JOKE Magazin – Themenbild Preise

Helene Mierscheid holt den Kupferpfennig 2026. Beim Publikumspreis der Leipziger Lachmesse sprang die Kabarettistin kurzfristig für den erkrankten Sascha Thamm ein – und gewann im ausverkauften Academixer-Keller. Claudia Pichler, AnnPhie Fritz und Raphael Breuer belegten die weiteren Plätze. Moderiert hat Jonas Greiner, selbst einstiger Kupferpfennig-Gewinner.

Einspringen als beste Karriereentscheidung

Eigentlich standen vier Acts im Wettbewerb: Claudia Pichler, AnnPhie Fritz, Raphael Breuer und Sascha Thamm. Als Thamm ausfiel, rückte Helene Mierscheid nach. Im Academixer entschied allein das Publikum über den Sieg. Mierscheid brachte Themen wie die AfD in Sachsen-Anhalt und Panzerlieferungen an die Ukraine auf die Bühne, stimmte mit dem Saal den NDW-Hit „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ an und zeigte Ausschnitte aus ihrem aktuellen Programm „Ein Boomer kommt selten allein“.

Für die Kabarettistin war es nach eigenen Worten „meine allerletzte Chance“. Auf ihrer Website schreibt sie, sie sei eigentlich nur für einen erkrankten Kollegen sehr kurzfristig eingesprungen – und das Publikum habe ihr Programm am liebsten gemocht. Die Mitstreiterinnen und Mitstreiter seien „ganz wunderbar“ gewesen; nächstes Jahr wolle sie das Boomer-Programm dann wohl regulär auf der Lachmesse zeigen.

Wer Helene Mierscheid ist

Seit mehr als 20 Jahren steht Barbara Friedl-Stocks als politische Lebensberaterin Helene Mierscheid auf Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Figur mischt Pointen mit Zuschauerfragen, Ost-West-Alltag und aktueller Politik. 2015 gewann sie den Reinheimer Satirelöwen, dazu kommen unter anderem der Euskirchener Kleinkunstpreis und der Kelkheimer „Thron der Nachtrevue“. Ihr Buch „Vokuhila. Als scheiße aussehen Mode war“ (dtv) wurde von der Frankfurter Buchmesse mit dem „Mops des Jahres“ für den originellsten Titel ausgezeichnet.

Das aktuelle Solo „Ein Boomer kommt selten allein“ ist eine Ost-West-Revue der 80er Jahre: streitende Flaggen, Boom-Seelen Ost und West, Auszüge aus „Vokuhila“ und Sorgenzettel aus dem Publikum. Premiere war am 9. Mai 2026 in der Berliner Ufa-Fabrik. Genau dieses Material überzeugte in Leipzig – und machte aus einem Notfall-Einspringen einen Preisgewinn.

Die weiteren Plätze und die Moderation

Claudia Pichler, AnnPhie Fritz und Raphael Breuer zeigten ihre Programme vor demselben kritischen Publikum. Alle drei gehören zur aktuellen Kabarett-Generation, die Festivals und Preise gleichermaßen bedient. Moderator Jonas Greiner – Kupferpfennig-Gewinner von 2020 und Träger des Förderpreises beim Deutschen Kabarett-Preis 2026 – steuerte zusätzliche Nummern bei. Die Mischung aus Wettbewerb und Moderation machte den Abend zu einem der Höhepunkte der 36. Lachmesse.

Dass der Kupferpfennig ein reiner Publikumspreis ist, bleibt sein Markenzeichen. Keine Jury, keine Quote hinter verschlossenen Türen: Wer den Saal am stärksten mitnimmt, gewinnt. Genau deshalb wiegt Mierscheids Sieg besonders schwer – und genau deshalb bleibt der Abend für alle vier Acts ein Visitenkarten-Termin.

Ein Preis im dichten Kabarettjahr 2026

Der Kupferpfennig reiht sich in ein starkes Preisjahr ein. Die Lachmesse selbst war vom 25. Oktober bis 1. November der große Herbsttermin in Leipzig: Eröffnung mit Michael Krebs und dem Leipziger Löwenzahn, dazu Gastspiele von Lars Reichow, Gardi Hutter und dem Finale mit Max Uthoff. Dass der Kupferpfennig-Abend mitten in diesem Programm lag, erklärt auch die Aufmerksamkeit – und warum der Siegername so lange auf sich warten ließ, bis Mierscheid ihn öffentlich bestätigte. Wer den Überblick behalten will, findet in unserer Übersicht der Kabarettpreise 2026 die Vergaben von Reinheim bis Paulaner Solo+. Dort stehen unter anderem der Sieg von Michael Frowin beim Reinheimer Satirelöwen, der Nachwuchs-Triumph von Hart auf Hart und der Hauptpreis für Claus von Wagner. Parallel halten Festivals wie das Bundesweite Kabarett-Festival in Aschersleben und der NightWash Talent Award in Köln die Szene in Atem.

Für Mierscheid geht die Tour mit dem Boomer-Programm weiter. Wer die Preisträgerin live erleben will, findet Termine über ihr Berliner Büro; das Programm ist komplett oder in Auszügen buchbar. Für das Magazin schließt sich mit diesem Ergebnisbericht der Kreis zum Vorbericht: Damals standen noch Thamm und die drei anderen Acts im Fokus – jetzt steht Mierscheid auf dem Siegerpodest.

Für Mierscheid geht die Tour mit dem Boomer-Programm weiter. Und wer zwischen den Preisen Comedy ohne Bildschirm braucht: Bei JOKE FM läuft sie rund um die Uhr – mit Steckbriefen, Tickethinweisen und dem Soundtrack zur Kabarettsaison.

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